
Wiebke Gisnås (links) und Astrid Gattermann über die Herausforderungen und Chancen für Frauen in Führungspositionen.
Podcast: Handwerk macht Zukunft Wo die Liebe hinfällt
Hannover (ak).- Astrid Gattermann wusste lange nicht, welchen beruflichen Weg sie einschlagen sollte. Auf Empfehlung ihrer Eltern entschied sie sich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau und studierte anschließend Betriebswirtschaftslehre – ohne zu ahnen, dass ihre Zukunft im Handwerk liegen würde.
In der neuen Podcast-Folge von Handwerk macht Zukunft erzählt Gattermann über ihren beruflichen Werdegang und ihrem Weg ins Handwerk: "Während meines Studiums lernte ich dann meinen Mann kennen, den Sohn eines Malermeisters." Als sein Vater eines Tages fragte, ob er das Unternehmen übernehmen wolle, war die Entscheidung nicht einfach: Der eigene Beruf lag ihm am Herzen, doch gleichzeitig wollte er das Familienunternehmen erhalten. In dieser Situation ergriff Astrid Gattermann die Initiative und schlug vor, selbst den Betrieb zu übernehmen. Diese Idee stieß auf Begeisterung, sowohl bei ihrem Mann als auch bei seinen Eltern. Was als private Beziehung begann, führte so zu einer völlig neuen beruflichen Perspektive.
Eine unerwartete Chance
Mit Anfang 30 wagte sie den großen Schritt und übernahm den Malerbetrieb. Um die handwerklichen Abläufe besser zu verstehen, entschied sie sich für eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin im eigenen Unternehmen. Anschließend arbeitete sie eng mit ihrem Schwiegervater zusammen. Er nahm sie mit auf Baustellen, stellte sie den Kunden vor und integrierte sie intensiv ins Geschäft. Dadurch konnten viele langjährige Kunden gebunden werden, doch es galt auch, neue Kunden zu gewinnen und sich den wandelnden Marktanforderungen anzupassen. Diese enge Zusammenarbeit mit der Vorgeneration half ihr enorm beim Einstieg – ein wichtiger Erfolgsfaktor für alle, die einen Betrieb übernehmen möchten.
Auch die Mitarbeiterstruktur veränderte sich im Laufe der Jahre. "Das Team ist jünger geworden, legt Wert auf andere Dinge und hat neue Erwartungen an den Arbeitsplatz", so Gattermann. Als Unternehmerin ist es ihr wichtig, darauf einzugehen und eine motivierende Arbeitsumgebung zu schaffen.
Ein Gewinn auf ganzer Linie
Durch diese Herausforderungen kam sie in Kontakt mit dem Projekt "Handwerk mit FiF - Frauen gehen im Handwerk in Führung" (FiF) der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Servicegesellschaft mbH. Anfangs war sie skeptisch, da sie es schwierig findet, die Rolle der Frau zu stark hervorzuheben. "Was mich letztendlich überzeugte, war das Thema Coaching", erklärt sie. "Die Möglichkeit, mit einem Coach offen über Herausforderungen, Visionen und Sorgen zu reden, war für mich unbezahlbar." Auch die Workshops erwiesen sich als wertvoller, als sie zunächst erwartet hatte. Trotz ihres betriebswirtschaftlichen Studiums erkannte sie schnell, wie hilfreich der Austausch in der Gruppe und praxisnahe Fallbeispiele waren.
"Mir wurde schnell klar: Das FiF-Projekt war ein riesiger Gewinn für mich, mein Unternehmen und meine persönliche Entwicklung", resümiert sie. Heute, nach 16 Jahren als Unternehmerin, blickt Astrid Gattermann stolz auf ihren Werdegang zurück. "Der Mut, ins Handwerk zu wechseln, hat sich ausgezahlt – und ich würde es jederzeit wieder tun!"
Mehr über ihre Erfahrungen, die Rolle von Frauen in Handwerksbetrieben und die Bedeutung von Führung gibt es in der aktuellen Podcast-Folge von Handwerk macht Zukunft. Die Moderatoren Jennifer Borchers und Jan-Michael Hobelsberger sprechen mit Astrid Gattermann und Projektkoordinatorin Wiebke Gisnås über das FiF-Projekt sowie die Herausforderungen und Chancen für Frauen in Führungspositionen im Handwerk.
Jetzt reinhören!
Mehr Informationen zu dem Projekt "Handwerk mit FiF" finden Sie hier.
Kontakt:
Mitarbeiterin Geschäftsbereich Projekte der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Service GmbH Tel. +49 5131 9910 109 Mobil +49 176 60 37 04 17